Gigabit-Förderung oder eigenwirtschaftlicher Provider-Ausbau?

31.01.2021

Was tun? Ein eigenes, gefördertes Netz oder ein eigenwirtschaftlicher Providerausbau?

In letzter Zeit bekommen wir von Gemeinden immer wieder Anfragen, wie eigenwirtschaftliche Ausbauandeutungen (unverbindlich) von Providern zu deuten sind. Hier ein paar Gedanken von unserem Inhaber, Siegbert Reuther

Bekundet ein Provider eine eigenwirtschaftliche FTTB-Ausbauabsicht in Ihrer Gemeinde, ist eine Förderung zum einen nicht mehr nötig, zum anderen rechtlich auch nicht mehr möglich. Entscheidend ist dabei, dass die Ausabsicht verbindlich gemäß Förderrichtlinie ist. Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau ist vor allem in den nicht förderfähigen schwarzen NGA-Flecken ("Doppel-Kupfer" >= 30MBit/s) interessant. Wenn hier niemand ohne Zuschuss in Glasfaser investiert, passiert auch nichts. Inwiefern es für die Gemeinde besser ist, eine unverbindliche, eigenwirtschaftliche Ausbauabsicht gemeinsam mit dem Provider aktiv voranzutreiben, oder besser ein eigenes, gefördertes Glasfasernetz auszubauen, ist eine spannende Frage. Die kurz-, mittel- und langfristigen Effekte sind hier äußerst unterschiedlich zu bewerten. Wie sieht die Welt in 5, 10 oder Jahren aus? Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Die Glasfasern in Ihrer Gemeinde sind dann die Ihre digitalen Ortsstraßen und damit die Nervenbahnen, die keiner sieht, aber ohne die (fast) nichts mehr geht. Andererseits macht der eigenwirtschaftliche Providerausbau weniger Aufwand in der Gemeindeverwaltung.